Ökumenische Notfallseelsorge Trier-Saarburg 2023

Notfallseelsorge ist „Erste Hilfe für die Seele“ und somit ein wichtiger Teil des Seelsorge-Auftrags der Kirchen. Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger kümmern sich unmittelbar nach Notfällen, Unfällen, Gewalterfahrungen und Katastrophen um Betroffene und Angehörige – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Dabei gilt die Hilfe jedem Menschen, der sie in einer solchen emotionalen Extremsituation benötigt, ohne Ansicht von Religion, Kirchenzugehörigkeit, Alter oder sozialer Herkunft. Die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger begegnen dabei tiefem menschlichem Leid häufig noch am Ort des Geschehens. Sie begleiten zudem Einsatzkräfte in ihrer Arbeit, vor allem nach einer besonderen Belastungssituation. Die Arbeit der Notfallseelsorge geschieht dabei im Wesentlichen durch Zuhören, Trösten, Unterstützen und Begleiten.

Die ökumenische Notfallseelsorge Trier-Saarburg wird gemeinsam von dem Evangelischen Kirchenkreis Trier (als Teil der Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland) und dem Bistum Trier getragen und arbeitet in enger Kooperation mit der Notfallnachsorge des DRK. Das Team der Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger besteht zurzeit aus 20 aktiven Mitwirkenden, von denen etwa ein Drittel evangelisch sind, der Anteil der ehrenamtlich tätigen Seelsorgerinnen und Seelsorger liegt dabei bei fast zwei Drittel.

Die Notfallseelsorge Trier im Bereich Süd (Saarburg, Konz, Hochwald bis Hermeskeil) hat im Jahre 2023 in insgesamt 56 Einsätzen Menschen in Notfällen begleitet. Bei der überwiegenden Anzahl dieser Einsätze handelt es sich um die Begleitung von Angehörigen, die einen geliebten Menschen durch den Tod verloren haben. Der größte Teil der Einsätze war dabei nach plötzlichen Todesfällen natürlichen Ursprungs (33%) oder (meist nicht mehr erfolgreichen) Reanimationen (25%).
Die 9 aktiven Notfallseelsorger*innen des Bereichs Süd waren in fast der Hälfte der Einsätze als (mindestens) Zweier-Teams unterwegs. Die durchschnittliche Dauer eines Einsatzes betrug 3 Stunden, aber es gab auch Einsätze, bei denen Menschen für über 6 Stunden begleitet wurden. Ca 20% der Einsätze (11) fanden dabei in den Nachtstunden statt. Im Schnitt wurde die Notfallseelsorge von der Leitstelle der Feuerwehr/Rettungsdienst zu 4-5 Einsätzen pro Monat angefragt – mit einem Schwerpunkt im letzten Drittel des Jahres 2023, wo wir bis zu 8 Einsätzen pro Monat hatten. Insgesamt waren die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger im Bereich Süd in 2023 für über 162 Stunden im Einsatz.
Die Einsatzorte erstreckten sich über den ganzen Bereich des Landkreises südlich der Stadt Trier mit einem Schwerpunkt auf den größeren Ortschaften: 44% waren in der Region um Saarburg, 35% in der Region Konz, und 12% in Hermeskeil und Umgebung (die restlichen Einsätze fanden in der Region um Zerf und Kell statt). Insgesamt wurde im Rahmen dieses Dienstes in 2023 eine Fahrstrecke von über 2200 km von den Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorgern zurückgelegt.
Das Team der Notfallseelsorge wird auch im Jahre 2024 getreu der Jahreslosung “Alles was ihr tut, geschehe in Liebe” sein bestmögliches tun, um Menschen in elementaren Notsituationen beizustehen und seelsorgerisch zu begleiten.

Volker Müller